Pferdezahnpflege

Grundsätzlich beachte ich drei Säulen bei meiner Arbeit:

  • freie Bewegung des Kiefers
  • Kontakt der Backenzähne
  • Balance

 

Warum entstehen überhaupt Zahnprobleme ?

Durch die Domestikation der Pferde durch den Menschen wurde dem einstigen Steppentier die Möglichkeit genommen seine Zähne durch Aufnahme harter Gräser, kleiner Steinchen und Sand auf natürliche Weise abzunutzen. Das heutzutage dargereichte Futter in Form von Heu und Stroh, sowie das weiche Weidegras sind für den Zahnabrieb unzureichend.

Werden dem Pferd ganze Körner wie Hafer, Gerste, Mais, Pellets und Müsli gefüttert, kann es zu einer unnatürlichen Abnutzung der Backenzähne kommen, denn das Pferd ist bemüht die Körner auf den Kauflächen der Backenzähne zu halten. Dadurch vermindert sich der Kauausschlag und es entstehen scharfen Kanten an den Backenzähnen, die die Backenschleimhaut und Zunge verletzen können und durch mangelnde Abnutzung immer größer und schärfer werden.

Die mangelnde Abnutzung an den Schneidezähnen führt dazu, dass ein größerer Kraftaufwand benötigt wird, um die Backenzähne in Reibung zu bringen. Hierdurch kann es zu schmerzhaften Problemen im Kiefergelenk kommen, mit negativen Auswirkungen auf das Verhalten, den Stoffwechsel, die Bewegungsmöglichkeit und die Rittigkeit.

 
 

Woran können Sie Zahnprobleme erkennen ?

(dies sind nur einige möglichen Hinweise die auf Zahnprobleme hindeuten können)

  • Gewichtsverlust
  • stumpfes Fell
  • schlechter Atem
  • vermehrter Speichelfluss
  • unregelmäßige Kaubewegung
  • lange Fasern im Kot
  • herausfallendes Futter
  • verändertes Trinkverhalten
  • Heuwickel / Schlundverstopfung / Kolik
  • Verspannungen im Kiefergelenk / Halswirbelsäule
  • Probleme mit Schulter und Hinterhand
  • Taktunreinheiten
  • Verwerfen / Stellungsprobleme
  • Schwierigkeiten beim Auftrensen
  • gegen das Gebiss wehren
  • Kopfschlagen oder Steigen
  • Maul aufsperren
  • Zunge heraushängen lassen
Diagonalbiss

 

Meine Leistung zur Pferdezahnpflege umfasst:

 

  • Unverbindlicher Zahncheck nach Absprache
  • Kürzen zu langer Schneidezähne und deren Korrektur
  • Entfernung von Rampen und Haken an den Backenzähnen im Ober- und Unterkiefer
  • Abrunden der scharfen Kanten an den Backenzähnen im Ober- und Unterkiefer
  • Abrunden zu spitzer Hengstzähne
  • Zahnsteinentfernung
  • Entfernung von lockeren Milchzähnen, Milchzahnkappen und lockeren Zähnen
Milchzahnkappen und Milchschneidezähne

Empfohlene Behandlungs- und Kontrollintervalle:

 
Fohlenalter: Schon jetzt können Fehlstellungen erkennbar sein, die noch leichter zu korrigieren sind. Empfohlen wird ein Intervall von 6 Monaten
 

Pferde im Zahnwechsel (bis ca 5 Jahre): Halbjährige Kontrolle

ausgewachsene Pferde: Jährliche Kontrolle

 

Mein Equipment:

In der Regel kommen bei meiner Pferdezahnbehandlung manuelle und elektrische Werkzeuge zum Einsatz.  Spezielle handgefertigte Zahnraspeln berücksichtigen die Anatomie des Pferdemauls und lassen feinste Bearbeitungen zu.

Meine wassergekühlten elektrischen Schleifgeräte schützen die Zähne vor Überhitzung.

Der kombinierte Einsatz von maschineller und manueller Bearbeitung ermöglicht erst eine wirklich sinnvolle und vollständige Behandlung des Pferdegebisses.

Verschiedene Zahnraspeln und Zangen
Maschinenständer
Maulgatter und wassergekühlte Schleifgeräte

 

Muss ein Pferd für die Zahnbehandlung immer sediert werden?

Da es sich bei einem Pferd um ein Fluchttier handelt, sind Abwehrreaktionen nicht auszuschließen. Durch das eingeschränkte Sichtfeld des Pferdes ist es ihm nicht möglich zu sehen was da direkt vor ihm und natürlich im Pferdemaul passiert.

Durch eine Sedation wird die Unfallgefahr für das Pferd, den Helfer und den Behandler erheblich reduziert.

Während der Behandlung ist es notwendig dem Pferd ein Maulgatter anzulegen um so sicher und gründlich (bis zum letzten Backenzahn !) arbeiten zu können.

Auch ist es so möglich eine komplette Zahnbehandlung unter Einbeziehung der Schneidezähne und aller Backenzähne im Ober- und Unterkiefer schneller, gründlicher und für das Pferd stressfreier durchzuführen.

Durch meine Routine und Ruhe ist es möglich die Dosis des Sedationsmittels auf ein minimum zu reduzieren.

Sedierung/Sedation leitet sich vom lateinischen sedare ab (beruhigen). Durch ein Beruhigungsmittel (Sedativum) werden Funktionen des zentralen Nervensystems gedämpft, es nimmt die Angst und kann den Fluchtinstinkt weitestgehenst aufheben.

Eine Sedierung sollte nicht mit einer Narkose verwechselt werden!

Als Pferdebesitzer können sie zu diesem Zweck ihren eigenen Stalltierarzt hinzuziehen, da mir als Nicht-Tierarzt das Sedieren verboten ist. Auf Wunsch kann jedoch auch ein Tierarzt von mir dazu beauftragt werden.

Die Eingabe diverser Pasten zur Dämpfung des Fluchtinstinktes lehne ich ab.

kürzen der Schneidezähne
abschließende Kontrolle
Raspeln der Backenzähne

 

Was ist vor und nach der Sedierung zu beachten ?

Unmittelbar vor der Behandlung sollte mit dem Pferd nicht intensiv gearbeitet werden, auch auf größere Mengen Kraftfutter bitte verzichten. Wasser und Raufutter sind jedoch kein Problem, denn nüchtern sollte das Pferd nicht sein.

Nach der Sedierung darf das Pferd 2 bis 3 Stunden nichts fressen, auch keine Möhren, Leckerlis oder Sonstiges. Natürlich ist das nur ein Anhaltspunkt, denn jedes Pferd ist individuell.

Steht keine ausgeräumte Box zur Verfügung, kann man sich mit einem Maulkorb behelfen.

Für die Behandlung wird ein trockener, rutschfester und ruhiger Platz benötigt, (warmes) Wasser sowie ein Stromanschluss.

Behandlungspause mit Louis Pequin

Wenn Sie Fragen haben oder Sie für Ihr Pferd einen Termin zur Zahnbehandlung haben möchten oder einen Termin zum Zahncheck, dann zögern Sie nicht und nehmen Sie Kontakt zu mir auf.

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